Poncha und andere Köstlichkeiten

Poncha
Das Wichtigste und Bemerkenswerteste ist der "Poncha". Eine Zitrone, zwei Löffel Honig, 2 cl weißer Rum und eine geheime Menge Aguardente Cana Ašucar sind die Zutaten. Das klingt zunächst unspektakulär, gelingt aber nur, wenn man das Ganze mit dem "Cerenhinho" verquirlt (bitte nicht fragen was das ist und wie es funktioniert!). Nach dem ersten Poncha hat man eigentlich genug. Trinkt man mehr, will man nur noch Poncha und ab einer gewissen Menge fühlt man sich als echter Madeirenser. Manche sagen auch, daß der Poncha das einzige alkoholische Getränk ist, von dem man bereits während dem Trinken Kopfschmerzen bekommt.
Keinesfalls sollte man einen nicht fachgerecht zubereiteten Poncha kosten. Die Inselbewohner selbst scheinen Wirkung, Begriff und Wesen des Poncha geradezu ins Mystische zu erheben und man könnte zu der Erkenntnis gelangen, daß Poncha Ausdruck des madeirensischen Lebensgefühls ist. Alles ganz harmlos, aber dann lädt uns der Kellner zum Poncha ein. Poncha besteht zu gleichen Teilen aus Honig, Zitronensaft und sechzigprozentigem Zuckerrohrschnaps. Der brisante Cocktail schmeckt richtig erfrischend, die heftige Wirkung kommt erst später.
Kulinarisches
Dank der fruchtbaren Böden und des Reichtums an Fischen und Meeresfrüchten ist Madeiras Küche vielseitig, gesund und schmackhaft. Gerichte wie Filets vom schwarzen Degenfisch ("filete de peixe-espada preto"), Thunfischsteaks ("bife de atum") und marinierter Thunfisch ("atum de escabeche") oder der traditionelle Rindfleischspieß ("espetada"), sollten von jedem Besucher probiert werden. Als Beilage werden gebratener Mais ("milho frito") und "bolo de caco", warmes, im Steinofen gebackenes Fladenbrot, das unter anderem aus Süßkartoffeln besteht, gereicht. Andererseits verlocken der berühmte Madeira-Wein und typische Getränke wie "Poncha", eine Mischung aus Zuckerrohrschnaps, Honig und Zitronensaft, "Nikita" oder "Pé de Cabra" ("Ziegenfuß") zu einem Besuch der Bars und Diskotheken.
Espada
"Draußen, tief unten, vor der Küste Madeiras, schwimmt er, der Quasimodo des Atlantik. Und hier wartet man auf ihn. Auf dem Fischmarkt in Funchal feilschen seit dem frühen Morgen Fischverkäufer mit den Kunden um die Kilopreise. (...) Maria José Silva und ihr Bruder suchen noch. Ihr Restaurant macht bald auf. Sie brauchen besonders schöne Exemplaren des gruseligen Fisches. Aufgebahrt liegt er da, der Espada, potthässlich, glitschig und doch isst ihn auf Madeira fast jeder. Donna Maria José hat sich an den Anblick längst gewöhnt. (...) In einer Nebenhalle sieht der Espada schon etwas appetitlicher aus. Er wird filetiert. Die Männer haben kaum eine Verschnaufpause, die Restaurants von Madeira warten auf Nachschub. Espadaköchin Donna Maria José hat einen Preis ausgehandelt. Sie muss los. Die Qualität der Fische erkennt man an den Kiemen, die müssen rot sein, erklärt sie noch schnell. Und die Haut muss schimmern, wie diese zum Beispiel. Dann verschwindet sie ins Restaurant, um aus dem hässlichen Espada ein ansehnliches Essen zu machen. Dem bis zu zweieinhalb Kilo schweren schwarzen Degenfisch kann man auf Madeira kaum entgehen. Er steht auf fast jeder Speisekarte. Sogar fahrende Händler verkaufen ihn überall auf der Insel. (...) Der Hafen in Funchal, von hier fahren die Fischer auf Espadajagd. Meist sind sie mehre Tage unterwegs. Espadafang ist nicht einfach. Der Fisch lebt ungefähr 1000 Meter tief unter der Wasseroberfläche. Die Fischer mussten eine spezielle Technik entwickeln. Wir lassen diese Schnüre immer einzeln runter mit dem Köder und holen sie dann nachts wieder rauf. Kaum ein Fisch erreicht das Schiffsdeck lebendig. Beim Hochholen der Fangleinen stirbt er durch Wasserdruck. (...) Essen und Trinken auf Madeira ist nicht nur günstig, sondern auch sehr schmackhaft. Die regionale Küche beginnt typischerweise meist mit "Espetada" (Ochsenfleisch am Spieß), zubereitet mit grobem Salz und Lorbeerblättern. Original ist der Spieß aus den Ästen des Lorbeerbaums, aber der Einfachheit halber sind die meisten Restaurants mit Eisenspießen ausgerüstet. Sehr beliebt im regionalen Menüangebot ist das "Espada-Filet". Der schwarze Degenfisch, der aus sehr großen Tiefen geholt wird, gilt als Delikatesse - auf jede der vielzähligen Zubereitungsarten. Am häufigsten wird der "Espada" mit einer gebratenen Banane oder mit Crevettensoße serviert - in einigen Gourmetrestaurants wird er noch raffinierter zubereitet. Der Thunfisch, der meistens gegrillt oder gebraten auf der Speisekarte zu finden ist, wird in Madeira's Gewässern geangelt und wird somit immer frisch und schmackhaft angeboten.
Brot
Dazu wird oftmals "Bolo do Caco", ein Steinofenbrot angeboten. Es besteht aus einer Mischung aus Roggenmehl, Maismehl und gekochten Süßkartoffeln und wird in Fladenform gebacken.