Trentino/Südtirol 2017



25.8.2017 Unsere erste Etappe ist kurz, wir fahren bis Camping Felbermühle bei Bad Gögging, unsere beliebteste Zwischenstation. Da es sehr heiß ist, verbringen wir den Nachmittag mit relaxen und dem Ausprobieren der neuen Sat-Anlage. Zum Abendessen schlendern wir nach Bag Gögging und essen im Biergarten des "Hotels zur Sonne" Obatzda und Pfifferlingsomelett.

Camping Felbermühle

26.8.2017 Wir haben es ja nicht weit...und fahren erst 9 Uhr gemütlich los. Leider beginnt das Elend ab München und ab Sterzing wird es katastrophal. Im Zieharmonikaeffekt geht es mit ca 25 km/h bis Trento. Ein Höhepunkt zum Schluss ist die Straße von Peve Tesino zum Campingplatz "Val Malene". Sie ist sehr schmal und kurvig, dazu viel Gegenverkehr. Mit dem Hänger ziemlich abenteuerlich. Erst gegen 18:30 kommen wir an und finden einen schönen Stellplatz. Der Aufbau ist schnell geschafft und dann ab ins Campingplatzrestaurant. Wir essen lecker Polenta mit Gulasch und Pizza Robin Hood, dazu 1 l roten Hauswein und die Welt ist wieder in Ordnung. Es regnet dann noch recht heftig, aber wir schlafen gut in den nächsten Tag.

Camping Val Malene

27.8.2017 Sonntag=Sonnentag, hier im tiefen Tal aber erst ab 9 Uhr. Wir wollen heute erst mal die Gegend erkunden und fahren zum Passo Brocon. Die Seilbahn an der Rif. Heidi erweist sich leider als Skilift. Also fahren wir weiter zum Pass und essen dort nicht unser Picknick sondern Gnocchi mit Speck und Pilzen bzw. Spaghetti Oglio olio. Beides sehr lecker. Satt und zufrieden fahren wir noch ein Stück hoch zur Malga Arpaco und laufen ein Stück den Berg hinauf bis zu den Eseln und genießen das Bergpanorama.

Malga Arpaco

Zurück fahren wir die serpentinenreiche Straße hinunter nach Canal S. Bovo und nach dem Tanken durch einen langen Tunnel ins Valle Schener, wo wir am gleichnamigen Stausee einen kurzen Fotostopp einlegen. Bei Lamon stoßen wir auf einen Abzweig nach Castello Tesino. Die Straße führt durch ein idyllisches Tal. Abends sorgt ein kleines Gewitter für Abwechslung. Darauf einen Grappa von Lidl. Abends verspeisen wir unser Mittagspicknick.

Heuschober

28.8.2017  Nach einem sonnigem Frühstück brechen wir zu unserer ersten Wanderung auf. Direkt vom Campingplatz laufen wir bergauf im Val Sorgazza bis zur gleichnamigen Malga. An einem kleinen Stausee vorbei folgen wir dem Weg noch eine Weile bergauf, um auf einer kleinen Lichtung unser Picknick zu essen. Die Landschaft ist sehr schön und einsam, wir treffen einige Wanderer, leider hat die Malga schon geschlossen.

Val Sorgazza

Wir wollen es am ersten Wandertag nicht gleich übertreiben, also treten wir den Rückweg an. An der Malga folgen wir einem anderen schönen markierten Weg, der an mehreren Wasserfällen zurück zum Campingplatz führt. Nach 4 h kommen wir an und entspannen erst einmal, bevor den Pool ausprobieren. Zum Abend Zaubert Tina ein leckeres Mahl in der Feldküche Spaghetti mit Tomaten, Zwiebeln und Speck, dazu Grappa und Rotwein.

Camping Val Malene

29.8.2017 Heute ist es wieder recht warm und wir fahren los mit dem Ziel Feltre, aber dann kommt es anders. Von Castello Tesino fahren wir durch eine tolle Schlucht des Grigno (an dem auch unser Campingplatz liegt) zum Ort Grigno in das imposante Val Sugana. Die Straße ist schmal und kurvig, die Schlucht sehr steil und tief, eine tolle Leistung der Straßenbauer! In Primolano biegt eine serpentinenreiche Straße ab nach Arsie ab. Dort entdecken wir Befestigungsanlagen aus dem 1. Weltkrieg, ein Fotostopp lohnt sich.

Bauten aus dem 1. Weltkrieg

Bei Arsie schauen wir uns den Campingplatz Gajole und den Stausee an, wo wir ursprünglich campen wollten. Ganz nett, aber kein Schatten bei der Hitze und der See hat wenig Wasser, dass Baden kaum möglich wäre. Ein Stück südlicher am See machen wir Mittagsrast, bevor wir von Rocca aus einen schattigen Weg bis zur Brücke über den Stausee laufen. Nach Espressi an der Bar des Ortes fahren wir durch das spektakuläre Brentatal nach Süden, um vor Bassano del Grappa zur serpentinenreichen Straße hoch zum Cima del Grappa abzubiegen.

Rocca

Nach vielen Kurven erreichen wir schließlich den berühmten Gipfel, wo sich die Italiener und Österreicher im 1. Weltkrieg eine erbitterte Schlacht geliefert haben. Wir besichtigen ausgiebig die Anlagen und Gedenkstätten für die gefallenen Soldaten, einschließich der Tunnelsysteme unter dem Berg. Wir kommen erst spät zurück, deshalb nehmen wir ein leckeres Mahl im Campingrestaruant, diesmal Polenta und Kotelett mit Pommes und natürlich Rotwein.

Cima Grappa

30.8.2017 Bestes Wanderwetter, also schnell zum Passo Brocon. Wir haben den Blumenweg ausgewählt (Trodo dei Fiori). Es geht immer schön bergauf bis zum Col della Boca (2060 m), die letze Strecke recht ausgesetzt auf dem Grat mit sehr steilen Abhängen, ein kleines Stück auch gesichert mit Stahlseilen. Tina muß sich sehr überwinden, den Weg weiter zu gehen.Dazu gibt es immer ein atemberaubendes Panorama. Am Colle machen wir Mittagsrast und dann steigen wir den leichteren Weg zum Passo Brocon ab. Zur Belohnung gibt es einen Esperesso, dann zurück zum Campingplatz. Dort nehmen wir ein letztes Bad im Pool, der heute den letzten Tag geöffnet hat. Zum Abend grillen wir Koteletts, dazu gibt´s Spaghetti.

Trodo dei Fiori

31.8.2017 Das heutige Ziel heißt Pala, aber als wir in Imer nach Norden schauen, ist das Pala-Massiv in Wolken gehüllt. Also Plan B: Feltre. Wir fahren nach Süden über den Passo Croce d'Aune. Da oben sind mehrere Restaurants, etliche allerdings nicht mehr bewirtschaftet. Aber das "Albergo Croce d'Aune" hat geöffnet. Der Chefkoch nimmt persöhnlich die Bestellung auf: Rehgulasch mit Polenta und Tris, beides sehr lecker und preiswert.

Imer mit Pale-Gruppe

Über Pedavena geht es hinunter ins Tal nach Feltre, wo wir uns bei ziemlicher Schwüle die wirklich sehenswerte und ziemlich morbide Altstadt ansehen. Sie liegt auf einem Hügel, durch den ein Fußgängertunnel führt, der in den 40ger Jahren gebaut wurde. Auf jeden Fall gibt es viele Fotomotive. Die Rückfahrt führt uns über Arsie und der Col Perer zum Cima Campo. Ein Weg führt an der Malgo die Campo vorbei zum Forte di Cima Campo, einer großen Festungsanlage aus dem 1. Weltkrieg. Zum Abendessen warten leckere Hühnersteaks auf uns.

Feltre

1.9.2017 Der Herbst ist gekommen. Ein Regentag, zum Glück mit Ausnahmen. Wir fahren nach Trento, im Etschtal ist das Wetter besser, also doch eine Chance auf die Seilbahn in Mezzocorona. Zuvor kaufen wir Wandersocken, die alten sind nicht mehr zu gebrauchen. In Mezzocorona essen wir in einem netten Lokal, Scalopina al Limone und Salat. Dann geht es zur Seilbahn. In die kleine Kabine passen nur 7 Personen. Bei heftigem Wind schaukeln wir ca 650 m nach oben, dann ein kleiner Rundgang durch die ausgestorbene Sommerfrische. Von hier oben hat man einen spektakulären Blick ins Etschtal, leider ist die Sicht nicht so gut.

Kirchtürme Mezzocorona

Inzwischen ist die Sonne weg, sodass wir im Nonstal ein Stück hochfahren mit dem Ziel Castel Thun. Ein wirklich sehenwertes Schloss mit gut erhaltener Einrichtung aus mehreren Jahrhunderten. Hier bieten sich viele Fotomotive an. Besonders gemütlich sind die alte Küche mit dem Speisezimmer und die neue Küche. Die Rückfahrt zum Campingplatz ist verregnet. Bei Ankunft sind es nur noch 8°C. Da helfen nur noch viele Kalorien. Italienische Bratwurst vom Grill und Grappa!

Esszimmer Schloss Thun

2.9.17 Dem schlechten Bergwetter entfliehen wir in die Poebene nach Padua, bei 23°C angenehm für eine Stadtbesichtigung. Zum Glück finden wir einen Parkplatz am südlichen Rand der Altstadt (P1). Besonders beeindruckend ist die Basilika des heiligen Antonius, die bedeutenste der vielen Kirchen der Stadt, sowie der Palazzo della Ragione mit einem riesigen, fast fußballfeldgroßen Saal mit tollen Wandgemälden und einem überlebensgroßen Pferd von Donatello. Um diese schöne Stadt kennenzulernen, bräuchte man mehrere Tage.

In der Basilika

Wir wollen aber noch ein wenig die Gegend erkunden und fahren weiter südwestwärts an den Colli Eugenei entlang nach Este, wo eine mittelalterliche Festung beeindruckt. Dann weiter nach Montagnana, deren Altstadt immer noch komplett von einer hohen Stadtmauer umgeben ist. Leider ist es schon spät, wir können nur eine kurze Stippvisite machen und den Aufbau für den Palio am morgigen Sonntag beobachten. Nach der langen Rückfahrt kommen wir pünktlich zum Abendessen am Campingplatz an. Wir wählen diesmal Lasagne und Pizza 4 Stagioni.

Montagnana

3.9.2017 Nach den üblichen Morgenverrichtungen wollen wir Pieve Tesino kennenlernen. Wir durchstreifen den hübschen alten Ort und ein ordentliches Mittagessen bekommen wir dort auch: Scalopine al Funghi bzw. einen großen Salatteller.Nach dem Essen fahren wir nach Monte Mezza und unterwegs sehen wir zufällig am gegenüberliegenden Hang von Pieve Tesino eine schöne botanische Anlage mit bunten Blumenbeeten und Streuobstwiesen, der wir einen Besuch abstatten.

Pieve Tesino

Bei Monte Mezza laufen wir einen Waldweg hoch in der Hoffnung auf eine schöne Aussicht. Wenigstens sehen wir ein Rehpärchen im dichten Wald. Dann erhaschen wir doch noch einen Blick ins tiefe Brentatal, bevor wir umkehren und noch einen Abstecher zum Castel Ivano machen. Das kann man leider nicht besichtigen. Abends gibt es aus der Feldküche eines unserer Camping-Traditionsessen: Würstchen mit Letscho und Reis. Danach werden Fotos aussortiert.

Pieve Tesino

4.9.2017 Tina möchte gerne noch mal ins Gebiet vom Cima Grappa, auf unseren Fotos ist ein interessanter Weg zu sehen. Leider finden wir ihn nicht. In Romano Ezzelino fahren wir die Serpentinenstraße hoch und haben heute eine bessere Sicht auf die Poebene. Im Südosten können wir sogar die Adria bei Venedig sehen. Mehr durch Zufall entdecken wir am Colle Averto eine Wandermöglichkeit. Der Weg schlängelt sich leicht ansteigend am Talrand der Brenta nach Norden.

Rast

Immer öfter haben wir schöne Ausblicke ins Tal und die Bergwelt. Im Schatten eines Kirschbaumes und Weggkreuzes finden wir den richtigen Platz für die Mittagsrast. Satt und ausgeruht geht es weiter, bevor wir den Abzweig zum Rückweg bergauf zum Col Feniton nehmen. Der Weg geht fast ausschließlich durch freies Gelände, durch Weiden mit vielen Kühen und unzähligen Herbstzeitlosen.

Herbstzeitlose

Auf der Rückfahrt stoppen wir erst einmal in Romana d' Ezzelino an der Metzgerei (Macelleria) Norge. Der freundliche Fleischermeister macht extra für uns auf und holt aus dem Kühlraum Fleisch für 2 leckere große Rindersteaks. Ein sehr sehenswerter Ort im Brentatal ist Valstagna, wo wir einen weiteren Halt einlegen. Es entstehen viele Fotos vom Ort und vom Training der Wildwasserkanuten. Und wir gönnen uns ein gutes italienisches Eis. Zum Abendessen grillen wir die Rindersteaks, die hervorragend zu den tomatisierten Spaghetti passen.

Valstagna

5.9.2017 Nun soll es endlich mit der Pala-Gruppe klappen. Ein letztes Mal fahren wir über den Passo Brocon bis zum sehr touristischen San Martina di Castrozza, von wo aus wir mit der Kabinenbahn und Seilbahn bis zur Bergstation in 2633 m Höhe fahren. Hier oben ist es grandios, jedoch ziemlich kalt. Aber dafür haben wir eine tolle Sicht über die Berglandschaft der Dolomiten, auch wenn es nicht ganz leicht ist, ohne Karte die verschiedenen Massive zu identifizieren. Der Weg von der Seilbahnstation zur Rif. Rosetta G. Pedrotti ist nicht weit. Wir kommen rechtzeitig zum Mittagessen an und finden einen Platz in der gemütlichen Bergwirtschaft. Es gibt Bratwurst mit Polenta, klare Suppe und gekochten Schinken mit Brot.

Pala, Weg zur Rosettahütte

Aufgewärmt laufen wir noch ein Stück in Richtung Passo Pradidalo basso bergauf, bewundern die tolle Landschaft, aber es wird zunehmend ungemütlicher. Die Bergspitzen und selbst die Hochebene werden immer mehr von Wolken verhüllt und der kalte Wind wird stärker, sodass wir umkehren, zumal wir kleidungsmäßig nicht auf Winter eingestellt sind. Nach der Talfahrt nach San Martina legen wir auf dem Rückweg noch einen Espressostopp ein, um dann zurück zum Campingplatz zu fahren. Dort packen wir unsere Sachen für die morgige Weiterfahrt und lassen uns zum letzten Mal im Restaurant Val Malene Schweinesteaks mit Backkartoffeln schmecken und spülen alles mit reichlich Rotwein runter.

Blick zum Rosengarten

6.9.2017 Die Abreise verzögert sich, da keiner da ist, um die EC-Bezahlmaschine zu bedienen. Aber wir haben ja Zeit. Unsere Fahrt geht über Trento ins Etschtal und dann nach Norden. Wir meiden die Autobahn und stellen fest, dass sich in den letzten 10 Jahren straßentechnisch sehr viel verändert hat, durch die neuen Tunnel und Ortsumfahrungen kommt man viel zügiger nach Bozen. Auf der Staatsstraße im Oberen Vinschgau sind viele fleißige Bäuerlein mit ihren Traktörchen unterwegs, was den Verkehr nicht gerade flüssig macht. Camping Sägemühle in Prad am Stilfser Joch hat sich auch sehr verändert. Wir kaufen noch im Dorfspar ein, dann gibt es Hähnchensteak mit Gnocchi und eine ausgiebige Dusche.

Camping Sägemühle

7.9.2017 Die Tipps der Vinschgau Card inspirieren uns, an der Marmorführung in Laas teilzunehmen. Wir treffen uns um 10:30 Uhr am Laaser Bahnhof und machen eine äußerst interessante Führung mit. Endlich wissen wir, wie der besonders weiße Laaser Marmor entstanden ist und mit welcher beeindruckenden Geschichte und Technik der Abbau des Marmors hier verbunden ist. Tolle Projekte wurden damit verwirklicht, spektakulär z.B. der Bahnhof „Oculus“ des spanischen Star-Architekten Santiago Calatrava mitten in New York, dem 40.000 m² weiße Marmorplatten den Glanz verleihen.

Laaser Marmor

Zum Abschluss der Führung kommen wir auf dem Markt von Laas an, und es ist so gemütlich hier, dass wir unsere lecker belegten Vinschgauer für den Abend aufheben und einen schattigen Platz vor dem Gasthof "Zur Sonne" einnehmen, um Spiegelei mit Rösti und Salat mit Putenstreifen genießen. Zur Verdauung wollen wir noch ein klein wenig wandern. Wir fahren hoch nach Allitz, wo es einen Weg am versteppten Hang entlang am Waal nach Kortsch gibt. In der prallen Sonne wird es uns dann aber zu heiß und wir fahren zurück nach Prad.

Marktplatz in Laas

Wir laufen entlang des Schgumer Kanals durch die Apfelplantagen in Richtung Tschengels bis zur Schwefelquelle. Vom Rastplatz aus geht es bergauf neben der Rodelbahn bis zu einem Abzweig, von dem ein schöner Weg am Hang entlang zurück nach Laas führt. Dabei überqueren wir auch die Schrägbahn des Marmorbruches und können so beobachten, wie gerade ein großer Marmorblock mit der kleinen Bahn in die Fabrik im Tal befördert wird. Auf dem Rückweg zum Ort lassen wir uns noch Äpfel schmecken, so frisch kann man sie sonst nicht genießen... :-)

Marmorbeförderung

8.9.2017 Bestes Bergwetter, das müssen wir nutzen, denn die Aussichten für die nächsten Tage sind nicht so berauschend. Also schnell nach Trafoi und mit dem gaaaaanz langsamen Sessellift zur Bergstation Furkelhütte. Dort beginnt der Goldseeweg, der am Berghang nach Süden stetig ansteigt und einen überwältigenden Blick auf das Ortlermassiv bietet. Wir laufen, bis die Beine müde werden und machen ausgiebig Mittagsrast in der Sonne und der Aussicht auf den tief verschneiten Ortler. Über uns kreisen drei Adler. Hoffen sie auf einen leckeren Bissen?

Ortler

Auf dem Rückweg finden wir abseits des Weges eine ganz idyllische Natur mit kleinen Tümpeln, in denen sich die Bergwelt spiegelt. Wir kehren zurück zur Furkelhütte und wollen uns eigentlich nur einen Espresso gönnen. Aber auf der ausliegenden Speisekarte klingen Krautsalat mit Knödel viel zu verlockend, als dass wir dem widerstehen könnten. Gestärkt schweben wir wieder bergab. Zum Abendessen holen wir uns aus dem Camping-Restaurant Pizza Melanzane mit Auberginen, verfeinert mit scharfer Salami, und Uwe schreibt endlich mal wieder Reisetagebuch.

Am Goldseeweg

9.9.2017 Das Wetter ist leider sehr viel schlechter als angesagt. Wir beschließen, ins Messner Mountain Museum nach Sulden zu fahren, welches dem ewigen Eis gewidmet ist. Unterwegs begegenen wir einer Kuhherde (natürlich mit Begleitern) beim Almabtrieb auf dem Weg nach Prad. Das Museum öffnet erst 14 Uhr, also suchen wir ertst einmal eine Gaststätte fürs Mittagessen. In Sulden gefällt es uns nicht, viel zu touristisch. Also wieder bergab, unterwegs Fotostopp am Suldenbach. Im Trushof oberhalb von Gomagoi essen wir ganz leckere Käsenocken mit Salat und trinken dazu einen aromatischen Tee aus frischen Bergkräutern. Die Chefin ist überrascht, dass bei dem Wetter überhaupt Kundschaft kommt. Wir sind des Lobes voll!

Suldenbach

Zurück in Sulden hat das Museum geöffnet, am Eingang warten Yaks auf die Besucher. Die Ausstellung ist sehr informativ, besonders der Film über die Antarktisexpedition und die vielen Gemälde zum Thema Eis und Ortlergebiet. Da der Tag noch lang ist, besuchen wir in Prad das "Aquaprad", welches mit vielen schön gestalteten Aquarien und Terrarien überrascht und sein Eintrittsgeld wert ist. Besonders gefallen uns die Ringelnatter und die Würgenatter, die man hier sehr gut beobachten kann. Abends gibt es unter dem Vordach gegrillte Hähnchensteak mit Gnocchi, Zucchini und Rotwein, eine gelungene Gemeinschaftsproduktion von Tina und Uwe.

Aquaprad

10.9.2017 Es regnet bis zum Nachmittag, da geben wir uns ausgiebig der Körperpflege hin und machen es uns im Wohnwagen gemütlich. Der Urlaub soll ja auch der Entspannung und Augenpflege dienen. Zum Glück lässt am Nachmittag der Regen nach und wir beschließen, nach Schluderns zu fahren, um die Churburg zu besichtigen. Dabei handelt es sich um eine sehr schöne, sehenswerte und einer der am besterhaltenen Burganlagen Südtirols, die seit mehr als 500 Jahren im privaten Besitz des Adelsgeschlechts Trapp ist und viele Fotomotive bietet. Besonders interessant und in ihrer Fülle wohl einmalig ist die Rüstkammer.

Churburg

Am späteren Nachmittag unternehmen wir noch einen Ausflug zum Reschenstausee und laufen ein kurzes Stück am See. Es ist leider immer noch sehr schlechtes windiges und regnerisches Wetter, sodass wir die Rückfahrt nach Prad antreten. Für das Abendessen nehmen wir uns den in der Nähe des Campingplatz gelegenen Gasthof Stern vor. Der Service und die Qualität des Essens und des Hausweins sind jedoch sehr mäßig. Dieses Gasthaus können wir nicht wirklich weiterempfehlen. Da genießen wir doch lieber noch einen guten Rotwein in unserem Wohnwagen.

Kirchturm im Reschensee

11.9.2017 Eigentlich wollten wir heute die geführte Marmortour zu den Göflaner Brüchen mitmachen, aber es gibt leider nicht genug Teilnehmer, sodass wir eine Absage erhielten. Also Plan B: Wanderung von Prad aus oberhalb des Suldenbaches bis Stilfserbrücke. Ein schöner Weg mit kurzen steilen Anstiegen und mit Ausblicken ins Tal und auf die gegenüberliegenden Berge. Zur Mittagsrast scheint die Sonne noch, dann wird es jedoch merklich kälter und windiger. In Stilfserbrücke müssen wir zum Glück nicht lange auf den Bus nach Prad warten, denn die ersten Tropfen fallen.

Wanderung nach Stilfserbrücke

Es ist noch zeitig am Tag und so wollen wir in Kastelbell noch einen Waalweg erkunden. Mit etwas Mühe finden wir oberhalb des Ortes den Einstieg zum Latschanderwaalweg. Wir laufen zuerst nach Westen in Richtung Latsch, aber nach einer Weile haben die lieben Bäuerlein den Weg gesperrt, also zurück und von der Straße auf der anderen Seite nach Osten bis zum Ende des Waals in den Apfelplantagen. Von dort könnte man weiter bis Juval, aber das wäre für heute zu weit. Zum Abend gibt es heute Zigeunerpizza und Gurkensalat.

Latschander Waal

12.9.2017 Der angesagte Regen wird durch spätes Aufstehen ausgegeglichen. Als der Regen aufhört, besuchen wir den heutigen Markt in Prad und kaufen einige Geschenke für Nora zum Geburtstag. Ein wenig Bewegung brauchen wir aber auch. Zunächst essen wir in Mals im Cafe Fritz eine Kleinigkeit, dann suchen wir oberhalb des Ortes vergeblich den Weg Nr.17, nehmen dann den Mittelwaalweg, der recht schön ist. Zurück gehen wir den oberen Weg Nr. 17 nach Mals. Das ist ein sehr schöner Waal mit tollen Blicken ins Etschtal und auf die schneebedeckten Gipfel. Wir sitzen eine ganze Weile auf einer Bank und genießen die Sonne.

Blick ins Etschtal

13.9.2017 Wir laufen zur Bushaltestelle in Prad, denn wir wollen uns heute ganz entspannt die vielen, spektakulären Serpentinen auf das Silfser Joch kutschieren lassen. Wir haben es vor einigen Tagen mit dem Auto versucht, dann aber frustriert über die Unmengen Busse, Autos, Motorad- und Radfahrer abgebrochen. Das Wetter ist optimal, die Sonne lacht. Oben in 2760 m Höhe ist es sehr kalt und es liegt reichlich Schnee. Das überwältigende Panorama inspiriert uns zu vielen Fotos. Wir laufen das kurze Stück bis zur Tibethütte und wärmen uns mit schwarzem Tee auf.

Straße zum Stilfser Joch

Rückzu fahren wir mit dem Bus nur bis Stilfs. Von dort wandern wir nach Prad zurück. Zum Abendessen fahren wir mit vielen Umwegen nach Sponding nordöstlich von Prad. Die empfehlenswerte Fischerstube liegt an einem romantischen Fischteich, Rund um den Teich sind die Analgen sehr gepflegt. Wir sitzen im letzten Abendsonnenschein auf der Terrasse mit Blick auf den Teich und die Bergkulisse und lassen uns Schnitzel und Pommmes gut schmecken. Dieses Lokal ist wirklich ein Geheimtipp.

Sponding Fischteich

14.9.2017 Die vom Tourismusverein angebotene Stadtführung durch Glurns nehmen wir gerne wahr und erkunden ca. 2 Stunden lang das mittelalterliche Städtchen und erfahren viel Wissenswertes. Zum Abschluss gibt es eine kleine Kräuterteeverkostung. Wir kaufen auch für Nora eine Kleinigkeit. Zum Mittagessen fahren wir nach Laatsch, dort verspeisen wir im guten Restaurant Calva Knödelsuppe, Makkaroni Diavola und einen leckeren Salat mit Ei und Tonno. Wir fahren noch ein Stück ins Münstertal bis Taufers, leider fängt es an zu regnen und so wir vertreiben uns den Nachmittag im gemütlichen Wohnwagen.

Glurns

15.9.2017 Zum Glück ist es heute trocken, so können wir die Markise trocken abbauen. Eine letzte Wanderung, wir fahren nach Latsch und schweben mit der Kabinenbahn nach St. Martin. Wir wandern zum Dolomitenblick, fotografieren viele Pilze und beobachten Hirsche im Wald. Am Picknickplatz mit schöner Aussicht (leider ist es etwas diesig) essen wir unsere Vinschgauer, dann geht es zurück nach St. Martin. Wir können nicht wiederstehen und gönnen uns zum Abschied lecker Spiegelei mit Speck und Käsenocken. Dann noch einen kurzen Abstecher ins Martelltal, bevor wir unsere sieben Sachen packen und zum Abschiedsessen TRIS und Spaghetti Aglio Olio genießen.

Dolomitenblick

16.9.2017 Der Abschied von Prad fällt nicht schwer, denn es regnet schon am frühen Morgen und das kalte verregnete Wetter soll hier mindestens das ganze Wochenende anhalten. Eigentlich war erst der Sonntag für die Rückreise geplant. "Freundlicherweise" berechnnet uns der Camping Sägemühle trotzdem bis Sonntag, schließlich hätten wir ja bis dahin reserviert. In Deutschland wird das Wetter besser und so machen wir wieder mal in Maxlrain Station. Zu Mittag gibt es das traditionelle Heimfahrtessen: Leberkäse und Schweinsbraten. Das ist doch ein schöner Abschluss unseres gelungenen Urlaubs.

Auf der Pala bei San Martino